Meine Rede zur Nürnberger Montagsdemo am 04.08.2025:
Ich freue mich, heute wieder auf der Nürnberger Montagsdemo sprechen zu dürfen. Unser heutiges Thema ist ,,Fukushima mahnt – keine Rückkehr zur Atomkraft und Förderung fossiler Energien".
Zur Klimaneutralität gehört auch der Abschied vom Erdgas. Statt –wie die Bundesregierung - weiter in die Erdgasinfrastruktur zu investieren, ist eine kluge Wärme- und Infrastrukturplanung erforderlich. Diese muss im Einklang mit den Klimazielen stehen. Dazu gehören auch ökonomisch sinnvolle Stilllegungen von Teilen der Erdgasinfrastruktur.
Fossiles Gas wird historisch im Gebäudesektor, in der Industrie und für die Stromerzeugung eingesetzt.
Die Wärmeversorgung in Gebäuden muss bis 2045 auf Null sinken. Notwendig ist bis dahin die Umstellung auf Wärmepumpen und klimaneutrale Wärmenetze. Damit wird ein Großteil der Erdgasverteilnetze absehbar nicht mehr benötigt. Auch die Umwidmung von Erdgas auf Wasserstoff wird nur eingeschränkt sinnvoll sein. Denn bei Gebäudeheizungen gibt es deutlich kostengünstigere Lösungen als die Umstellung auf grünen Wasserstoff.
Auch im Industriesektor muss die Nutzung von fossilem Erdgas stark abnehmen. Derzeit nutzen Industrieunternehmen Erdgas überwiegend für die Bereitstellung von Prozesswärme. Temperaturen von bis zu 500 Grad Celsius können bereits durch strombasierte Wärmelösungen wie Elektrodenkessel oder Wärmepumpen bereitgestellt werden.
Im Stromsektor müssen Erneuerbare Energien gepaart mit einer intelligenten Netzführung und Flexibilität der Lasten zunehmend Erdgas verdrängen. In den Zeiträumen im Jahr, in denen Erneuerbare den Strombedarf nicht gänzlich decken, können mit grünem Wasserstoff betriebene Gaskraftwerke das klimaneutrale Stromsystem absichern.
Die Gasinfrastruktur wird also künftig nicht mehr die gleiche Bedeutung haben, wie heute.
Die immer wieder aufbrandende Diskussion um die Kernkraft im Rahmen der Energiewende ist nur ein Ablenkungsmanöver. Die Realität der Energieerzeugung schafft Fakten zugunsten regenerativer Energien.
Atomkraft ist nicht klimaneutral. Obwohl bei der eigentlichen Stromerzeugung in Kernkraftwerken kaum Treibhausgase entstehen, ist die gesamte Prozesskette von der Uranerzeugung bis zur Endlagerung mit erheblichen Emissionen verbunden. Zudem birgt Atomkraft Risiken wie Unfälle und radioaktive Abfälle.
Warum ist es so schwer, die Energiewende zu forcieren?
Der Kapitalismus erschafft ökologische Schäden, weil dies profitabel ist. Kapital geht dahin, wo die Profitraten höher sind. Kapitalisten investieren dort, wo sie den Umweltschutzkosten ihrer Investitionen entkommen können. So geht es auch beim Ausbau der Erneuerbaren versus der fossilen Energien um den größtmöglichen Profit. In seiner systemischen bedingten Jagd nach Profit und Wachstum war der Kapitalismus von Beginn an zerstörerisch für unsere Umwelt. Aber die Welt lernt mehr und mehr, dass wir einem Punkt entgegenstreben, der die Gefährdung des Überlebens der Menschheit auf die Tagesordnung setzt.
Diese Frage ist eng verbunden mit der Überwindung des Kapitalismus zugunsten des ,,echten Sozialismus". Der Sozialismus ist die einzig mögliche Grundbedingung einer Rettung der Menschheit.
Eine auf heutige Erfordernisse und Möglichkeiten zugeschnittene sozialistische Produktions-, Austausch- und Lebensweise ist das historische Gegenkonzept zum zerstörerischen imperialistischen Weltsystem.
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