Was passiert, wenn die große Atlantikströmung schwächelt? In dieser Folge von KlimaKlartext, dem Podcast der Frankfurter Rundschau zur Klima- und Energiepolitik, spricht Kristin Langen mit Prof. Dr. Claudia Kemfert über die AMOC – die Atlantische Meridionale Umwälzströmung – und die Frage, warum ihr möglicher Kipppunkt auch für Europa und Deutschland so relevant ist.
Die Folge erklärt, wie die AMOC funktioniert, welche Rolle der Golfstrom spielt und warum das Abschmelzen des Grönlandeises die Stabilität der Strömung gefährden kann. Außerdem geht es um neue Studien, die vor einer deutlichen Abschwächung warnen, um die Frage, ob Europa trotz globaler Erwärmung kältere Winter erleben könnte – und warum das nichts mit Hollywood-Szenarien wie The Day After Tomorrow zu tun hat.
Ein Schwerpunkt liegt auf den sicherheitspolitischen Folgen: Der Bundesnachrichtendienst und andere Institutionen beschäftigen sich inzwischen mit Klimarisiken, weil ein AMOC-Kollaps Auswirkungen auf Infrastruktur, Versorgung, Landwirtschaft, Migration, Meeresspiegel und politische Stabilität haben könnte. Kemfert fordert, dass Europa und Deutschland diese Risiken ernster nehmen und konkrete Stresstests durchführen.
Außerdem ordnet Kemfert die aktuelle deutsche Klimapolitik ein. Thema sind der Expertenrat für Klimafragen, die Lücke bei den Emissionszielen und die Frage, ob die Bundesregierung ihre Klimaziele zu optimistisch bewertet. Zum Schluss geht es um Klimaangst, Handlungsmöglichkeiten und die Debatte um das frühere Worst-Case-Klimaszenario RCP 8.5.
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