Vom Kapitalismus zum Rätekommunismus: Übergang, Staat, Machtfrage
In Teil 1 habe ich gefragt, wie eine rätekommunistische Wirtschaft funktionieren könnte: Räte, demokratische Planung, gemeinsame Verfügung über Produktionsmittel statt Chefetagen und Profitlogik. In Teil 2 geht es jetzt um die unangenehme Frage, an der die ganze Sache steht oder fällt: Wie kommen wir überhaupt vom Kapitalismus zum Rätekommunismus?
Ich rede aus einer klar marxistischen Perspektive darüber, warum ,,Übergang" keine Verwaltungsfrage ist, sondern Klassengegensatz: Eine Klasse verliert Eigentum und Macht, eine andere eignet sich die Produktionsmittel gesellschaftlich an. warum der bürgerliche Staat keine neutrale Bühne ist, sondern die verdichtete Form der herrschenden Ordnung – und warum er nicht einfach ,,für unsere Zwecke" benutzt werden kann. was Doppelherrschaft bedeutet: wenn alte Ordnung (Staat, Kapital, Apparate) und neue Ordnung (Räte, Selbstverwaltungsstrukturen) gleichzeitig existieren – und wieso das keine stabile Mitte ist, sondern eine Entscheidungssituation. was wir aus historischen Rätebewegungen lernen können – z.B. 1918/19 –, nicht romantisch, sondern brutal analytisch: Potential, Spaltungen, Verrat, Niederlagen. warum es gefährlich ist, auf ,,die große Krise" als magischen Moment zu warten, statt jetzt schon in realen Kämpfen embryonale Formen von Rätedemokratie und Gegenmacht aufzubauen.
Es geht in diesem Video nicht darum, dir einen Masterplan aus der Schublade zu ziehen. Es geht darum, die Machtfrage nicht zu umschiffen: Räte als echte Gegenmacht oder dekorative Basis-Spielerei? Parlament als oberste Instanz oder Räte als Souverän? Staat als Werkzeug oder als Struktur, die überwunden werden muss?
Ich rede darüber, warum es keinen risikofreien Weg aus einer Klassengesellschaft gibt – und warum es politisch ehrlich ist zu sagen: Ja, Rätekommunismus ist ein riskanter Versuch, aber das Weiterlaufenlassen dieses Systems ist keine sichere Option, sondern ein langsamer Crash.
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