Warum wird die AfD immer stärker? Filmbericht vom Webinar mit Prof. Dr. Joachim Hösler
0:00:00 Begrüßung / Einführung ins Thema: Cornelia Barth 0:03:00 Einführungsbeitrag von Joachim Hösler 0:39:46 Einstieg in die Diskussion / Andreas Grünwald 0:45:27 Zusammenfassung der ersten Diskussionsphase 0:48:42 Bemerkungen zur ersten Diskussionrunde / Joachim Hösler 0:59:21 Zusammenfassung der zweiten Diskussionsphase 1:02:53 Bemerkungen zur zweiten Diskussionsrunde / Joachim Hösler 1:12:01 Zusammenfassung der dritten Diskussionsphase 1:14:43 Schlussrunde mit Joachim Hösler 1:24:43 Abschluss und weitere Hinweise
Die AfD wird immer stärker. Es gibt viel Ratlosigkeit. Diskutiert wird über Brandmauern, Massendemonstrationen, Einbindungs-, Verbots- und Isolierungsstrategien. Doch die AfD hat alle Empörungswellen nicht nur überstanden, sondern ihr Einfluss ist trotzdem immer weiter angewachsen.
Droht damit ein neuer Faschismus? Das war das Schwerpunktthema in der Online-Debatte am 20. November mit Artur Pech und Urich Schneider.
Am 23. Januar 2026 diskutierten wir diese Fragen mit Joachim Hösler [Mitherausgeber der Marxistischen Blätter und Osteuropa-Historiker an der Uni Marburg].
In seinem einleitenden Beitrag bezog sich Joachim dafür auf Reinhard Opitz und dessen Formierungsbegriff. Außerdem auf Natascha Strobl, die im Zusammenhang mit Parteien wie der AfD von einem ,,radikalisierten Konservatismus" spricht. In einem Artikel für die ,Marxistischen Blätter' notierte Joachim dazu:
Die AfD nimmt im krisenhaften Kapitalismus drei Funktionen wahr: 1.) Unzufriedene wählen nicht links, nicht systemkritisch, sondern rechts, und bleiben damit systemkonform. 2.) Die Ethnisierung des Sozialen verschleiert die Widersprüche des Kapitalismus und erschwert damit antikapitalistische Kritik. 3.) Als parlamentarischer Arm rechtsextremer Bewegungen erhöht die AfD damit zugleich den Druck auf systemkritische Kräfte. Das setzt an Opitz an, der dazu bereits 1974 notierte, dass es mit der Tolerierung solcher Gruppen durch die herrschenden Kräfte diesen nicht um einen neuen Faschismus gehe, sondern um eine Drohung, und die darauf ziele, dass sich die Gesellschaft ,,subjektiv freiwillig" angestrebten autoritären gesellschaftspolitischen Entwicklungen beuge. Antifaschismus heute müsse daher diese autoritäre Formierung durch die bürgerliche Politik kritisieren. Antifaschismus bedeute zudem für Abrüstung und Frieden zu kämpfen, denn nur damit seien die Voraussetzungen für eine progressive gesellschaftliche Entwicklung wieder herzustellen.
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