Ich freue mich, heute wieder auf der Nürnberger Montagsdemo sprechen zu dürfen. Unser heutiges Thema ist ,,Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf: Was können wir tun?".
Kurzfristig sprechen aktuelle Berichte von anhaltender oder wachsender Ungleichheit. Langfristig haben sich Reiche und Arme in Deutschland über Jahrzehnte auseinander entwickelt . Aber: Manche Wirtschaftsanalysen finden Phasen der Stabilisierung – vor allem beim Einkommen -, während die Vermögensungleichheit weitgehend hoch bleibt.
Insgesamt lässt sich sagen: Die soziale Schere ist in Deutschland historisch breit und bleibt es auch aktuell – viele Indikatoren zeigen zumindest eine Fortsetzung dieser Ungleichentwicklung.
Woher kommt diese Ungleichentwicklung?
Die Hauptursache dieser Ungleichentwicklung ist, dass Reiche Produktionsmittel besitzen und versuchen, Geld zu vermehren, indem sie in die Produktion investieren, um ihr Vermögen zu erhöhen. Dazu stellen sie Lohnarbeiter an, die die Produktionsmittel bedienen und veräußern die Produkte zum Marktpreis. Dabei sind die Erlöse höher, als die Lohnkosten. Der Lohnarbeiter erhält also einen Lohn, der stark unter dem Wert der von ihm produzierten Werten liegt. Deswegen erhält der Investor die Differenz vom Marktpreis abzüglich der Lohnkosten und der sonstigen Kosten der Produktion.
Die Lohnquote liegt in Deutschland aktuell typischerweise um die 70 – 74 %. Das bedeutet, dass 70 bis 74% des Volkseinkommens in Form von Löhnen und Gehältern an Arbeitnehmer gehen. Die restlichen 30% entfallen auf Unternehmens- und Vermögenseinkommen (Gewinne, Zinsen, Vermietung, etc .).
30% des Volkseinkommens entfällt auf zehntausende bis mehrere Hunderttausend Menschen, deren Einkommen und Lebensstandard stark vom Besitz und Vermehrung von Kapital abhängen (Millionäre und superreiche Vermögensbesitzer). 70% des Volkseinkommens verteilen sich auf ca. 46 Millionen Arbeitnehmer.
Dieser Befund zeigt, dass sich 30% des Volkseinkommens auf einen relativ kleinen Kreis reicher Besitzer von Produktionsmitteln verteilt, die im Gegensatz zu den Arbeitnehmern sehr hohe Einkünfte beziehen.
Man kann daraus erkennen, dass die Lohnarbeit die Quelle der Ungleichheit in Deutschland ist.
Daher stellt sich die Frage, wie man die Ungleichheit in Deutschland bekämpfen kann?
Man kann das Problem der Ungleichheit in Deutschland entweder durch Reformen angehen oder man führt das private Eigentum an Produktionsmitteln durch eine Enteignung in öffentliches Eigentum über.
Reformen wären: • Stärkere Löhne • Progressivere Steuern • Umverteilung von Vermögen • Ausbau öffentlicher Leistungen • Gleiche Bildungs- und Lebenschancen • Mehr demokratische Kontrolle der Wirtschaft
Die revolutionäre Lösung wäre die Überführung des Eigentums an Produktionsmitteln in staatliches Eigentum, um den Zweck der Produktion dahingehend zu ändern, dass die Produzierenden nicht mehr für den Profit einer überschaubar kleinen Gruppe von Produktionsmittelbesitzern arbeiten, sondern für die Versorgung der gesamten Gesellschaft mit Bedarfsmitteln. Dazu müssen die Produzierenden die Betriebe, Büros und Läden besetzen und sie in staatliche Betriebe der öffentlichen Versorgung umwandeln. Ob der Staat dann das Privateigentum an Produktionsmitteln mit Gewalt gegen die Produzierenden schützt, bleibt abzuwarten.
Wir hoffen, dass dir unser Forum gefällt und du dich hier genauso wohlfühlst wie wir.
Wenn du uns bei der Erhaltung des Forums unterstützen möchtest, kannst du mit Hilfe einer kleinen Spende dazu beitragen,
den weiteren Betrieb zu finanzieren.